Herzlich Willkommen!
Im November 2004 treffen sich acht in Klinik und Praxis tätige Ärztinnen - Neurologinnen, Psychiaterinnen und Psychotherapeutinnen - aus der Stadt Münster und Umgebung, die alle dieselben Fragen umtreiben.
Was genau macht eine geschlechtssensible Perspektive in der Psychiatrie und Psychotherapie aus? Welche seelischen Erkrankungen werden Männern, welche eher den Frauen zugeschrieben? Ergeben sich aus den Unterschieden zwischen den Geschlechtern spezifische Therapie-Optionen wenn nicht gar -Notwendigkeiten sowohl für Frauen, als auch für Männer?
Es entsteht die Idee zur Gründung eines Netzwerkes, um frauenbezogene Themen in der Psychiatrie und Psychotherapie zu etablieren und die Initiative „Frauenmedizin in Klinik und Praxis- Psychiaterinnen laden ein“, kurz „ifmed“ genannt, wird aus der Taufe gehoben.
Einig sind sich die Teilnehmerinnen darüber, dass es der Initiative nicht um die Frage der Benachteiligung von Frauen gehen soll. Im Mittelpunkt der Diskussionen soll nicht so sehr „gender trouble“ oder die Betonung des „kleinen Unterschiedes“ stehen, sondern die Frage nach den besonderen Bedürfnissen und Anforderungen, die Frauen an die Medizin stellen.
Damit öffnet sich die Initiative zwar auch den gesellschaftlichen,
kulturellen und politischen Fragen, die um Sex und Gender kreisen,
sieht ihren Schwerpunkt jedoch in spezifisch medizinischen Fragestellungen. Der interdisziplinäre Austausch und die Tatsache, sich als Forum für Männer und Frauen zu verstehen, erscheint den Initiatorinnen dabei wichtig zu sein.
Um diesem Anspruch gerecht zu werden und das Netzwerk zu implementieren, sollen im halbjährlichen Rhythmus Fachtagungen in Münster und Umgebung zu frauenspezifischen Themen stattfinden.
Nachdem im November 2005 zwei weitere Mitglieder dem Netzwerk beigetreten sind, erfolgt der Entschluss zur Vereinsgründung, um die Identität nach außen zu stärken und die Fachtagungen auf eine sichere Basis zu stellen.
„Solange es Frauen gibt, wie sollte da etwas vor die Hunde gehen?“
Diese häufig zitierte Frage trieb die glamouröse Schauspielerin Lillian Russell zu Anfang des 20. Jahrhunderts um. Wir, die Frauen von „ifmed“, stellen diese Frage heute mit einem Augenzwinkern, fassen sie als Einladung an beide Geschlechter auf, die oben aufgeführten Fragen mitzudiskutieren, ein wenig quer zu denken, weiterzudenken.